Donnerstag, 29. Januar 2026

Astrid Lindgren von Susanne Lieder

Bildquelle Aufbau Verlage
Titel: Astrid Lindgren

Autorin: Susanne Lieder 

Verlag: Aufbau Verlag

ISBN: 978-3-7466-4002-0 - 361 Seiten zum Preis von 14 Euro 

Sterne:  ⭐⭐⭐⭐

 

 

 

 

Klappentext

Als Kinderbuchautorin ist sie weltberühmt, doch wer kennt sie als Frau und Liebende?  

1929: Endlich ist Astrid wieder mit ihrem Sohn Lasse vereint. Als unverheiratete Mutter hat sie es nicht leicht, aber sie will es schaffen.  Für Lasse und für sich. Jahre später scheint dies alles vergessen. Astrid hat ihre große Liebe Sture geheiratet. Was geblieben ist, sind die Geschichten, die sie ihrem Sohn und ihrer Tochter Karin erzählt. Geschichten über ein mutiges Mädchen mit zwei Zöpfen und einem Affen. Astrid beginnt sie aufzuschreiben und schickt sie an einen Verlag. Ihr plötzlicher Erfolg als Autorin kommt überraschend. Eigentlich könnte jetzt alles gut sein. Doch zwischen Astrid und Sture kriselt es, und dann ereilt die Familie ein tragischer Schicksalsschlag. 

Das einfühlsame Porträt einer der wichtigsten Frauen unserer Zeit, die mit ihren Geschichten Generationen von Kindern glücklich macht.

Meine Meinung

Astrid Lindgren: Licht, Schatten und unsterbliche Geschichten

Wer kennt sie nicht: Pippi Langstrumpf, Karlsson vom Dach oder die Kinder aus Bullerbü? Es sind die Lieblingsbücher meiner Kindheit. Auch Michel aus Lönneberga ist so beliebt, dass er fast jedes Jahr zu Weihnachten ausgestrahlt wird. Doch wer steckt eigentlich hinter diesen unsterblichen Geschichten?

Schaue dir dazu das Youtube Video an: https://www.youtube.com/watch?v=lPOdvUUw6dc 

 

Bildquelle: https://www.gettyimages.de/fotos/pippi-langstrumpf

Was mich an dieser Biografie besonders berührt hat, ist die Ehrlichkeit. Oft neigen wir dazu, Legenden zu idealisieren. Hier jedoch begegnen wir einer Astrid, die zweifelt, kämpft und liebt. Im Grunde war sie ein Mensch wie du und ich – und dennoch ist sie im Herzen ein Kind geblieben, getragen von einem unerschütterlichen Vertrauen darauf, dass alles gut wird.

Ein Leben zwischen Prüfung und Vergebung

Dieses Vertrauen wurde vor allem in ihrer Ehe schwer auf die Probe gestellt. Ich finde es ergreifend beschrieben, wie sie ihren Mann ziehen lässt und ihn später dennoch wieder zu Hause aufnimmt, als wäre nichts geschehen. Vielleicht sind ihre Geschichten deshalb so zeitlos: Sie basieren zu einem großen Teil auf selbsterlebten Erfahrungen. So werden Licht und Schatten in ihren Erzählungen für jeden greifbar und nachvollziehbar.

Zeitgeschichte hautnah

Besonders interessant fand ich, dass neben dem Leben der großen Autorin auch die Weltgeschichte beleuchtet wird. Dass Schweden im Zweiten Weltkrieg neutral blieb, war mir so vorher nicht bewusst.

Mein Fazit: Eine große Empfehlung für jeden Lindgren-Fan und alle, die Biografien über starke Frauen lieben. Der Text ist eine kraftvolle Erinnerung daran, dass auch hinter den hellsten Geschichten oft ein mutiger Kampf gegen die Dunkelheit stand.

Autorin: Susanne Lieder

Bildquelle co Michael Kolbe

Susanne Lieder ist in der Nähe von Bad Oeynhausen aufgewachsen und lebt mit ihrer Familie südlich von Bremen. Seit 2012 arbeitet sie hauptberuflich als Schriftstellerin und hat sich damit ihren Kindheitstraum erfüllt. Sie schreibt Unterhaltungsromane, historische Romane und Romanbiographien.

Im Aufbau Taschenbuch liegen ihre Romane »Astrid Lindgren«, »Die Elemente des Lebens« und »Agatha Christie« vor.

 



Mittwoch, 28. Januar 2026

Mademoiselle Coco und der Duft der Liebe von Michelle Marly


Titel: Mademoiselle Coco und der Duft der Liebe

Autorin: Michelle Marly

Verlag: Aufbau Verlag

ISBN: 9783746633497

Sterne:  ⭐⭐⭐⭐

 

 

 

 

 

Klappentext

Auf der Suche nach l’eau d‘amour.

Paris, 1919: Coco Chanel ist es gelungen, ein erfolgreiches Modeunternehmen aufzubauen. Doch als ihr Geliebter Boy Capel bei einem Unfall stirbt, ist sie vor Trauer wie gelähmt. Erst der Plan, ihrer Liebe zu ihm mit einem Parfüm zu gedenken, verleiht ihr neue Tatkraft. Auf ihrer Suche danach begegnet sie dem charismatischen Dimitri Romanow. Mit ihm an ihrer Seite reist Coco nach Südfrankreich, in die Wiege aller großen Düfte, und kommt schon bald dem Duft der Liebe auf die Spur ...

Coco Chanel – eine einzigartige Frau und eine große Liebende. Dies ist ihre Geschichte.

 Leseprobe: 

Meine Meinung

Die Neuerfindung der Liebe in einem Flakon

Eine Reise zwischen Trauer und Triumph

Rezension: 

Vor einigen Monaten habe ich das Buch „Coco und die Revolution der Mode“ von Lena Johannson (Aufbau Verlag) gelesen. Für mich fühlte es sich wie der erste Band über das Leben von Coco Chanel an, da es ihre Kindheit, ihren Aufstieg und die Zeit mit Boy Capel schildert. Coco lebte stets in der Vorstellung, eines Tages „Madame Capel“ heißen zu dürfen.

Das vorliegende Buch ist für mich nun wie ein zweiter Band ihres Lebens. Die Kindheit wird nur kurz gestreift, stattdessen setzt die Handlung rasant im Jahr 1919 ein. Die Autorin beginnt mit dem schmerzlichsten Moment in Cocos Leben: dem Tod von Boy Capel. Es entsteht ein starker Kontrast zwischen der schillernden Welt der Pariser Haute Couture und ihrer tiefen, einsamen Trauer.

Die Suche nach dem „Duft der Liebe“

Wie der Titel bereits ankündigt, ist die Suche nach dem perfekten Parfum der rote Faden des Buches. Coco möchte die Erinnerung an ihre große Liebe festhalten. Auf dieser Reise begegnet sie prägenden Persönlichkeiten: Ihre Freundin Misia, Igor Strawinsky und Dmitri Romanow begleiten sie auf dem Weg zur Entstehung einer Ikone – dem Chanel Nº 5.

Besonders die Fahrt zur Parfümfabrik war für mich ein sensorisches Erlebnis. Die Beschreibungen der Düfte waren so intensiv, dass ich sie fast selbst riechen konnte. Die Landschaft der Provence ist berühmt für ihren Lavendel; die lila Felder, die sich wie riesige Teppiche ausbreiten, hatte ich direkt vor Augen. Durch diese lebendigen Schilderungen fielen mir auch die Vorstellungen von Rosen- und Jasmingeruch leicht.

Historie trifft Lebendigkeit

Die Romanbiografien des Aufbau Verlages gefallen mir generell sehr gut. Sie meistern die Gratwanderung zwischen historischen Fakten und der Lebendigkeit der Persönlichkeiten, während sie ganz nebenbei Zeitgeschichte vermitteln.

Da sich Cocos Wunsch, „Madame Capel“ zu werden, nie erfüllte, arrangierte sie ihr Leben mit wechselnden Partnern. So bewahrte sie sich ihre Selbstständigkeit und fand dennoch Nähe.

Ein kleiner Kritikpunkt

Persönlich waren mir die Schilderungen der einzelnen Liebschaften jedoch manchmal zu ausführlich. Die Affäre mit Igor Strawinsky wird zwar sehr lebendig beschrieben, nimmt für meinen Geschmack ebenso einen zu großen Teil des Buches ein – vor allem, da von Beginn an klar ist, dass diese Liebe keine Zukunft hat. Der Abschnitt mit Dmitri Romanow ist dagegen ganz anders aufgebaut: Er ist von gegenseitiger Wertschätzung und Offenheit geprägt. Hier keimte in Coco sogar kurz die Hoffnung auf, dass nicht „Madame Capel“, sondern „Romanowa“ ihr zukünftiger Name sein könnte.


Fazit

Ein Muss für Fans von historischen Romanen und Biografien. Die Geschichte zeigt eindrucksvoll, dass Coco Chanel nicht nur Mode erschaffen hat, sondern eine Rüstung aus Eleganz für die moderne Frau. Es ist eine Hommage an die Resilienz einer Frau, die beschloss, ihren Schmerz in Gold – oder besser gesagt: in ein Parfüm – zu verwandeln.

„Mode ist vergänglich, Stil bleibt bestehen.“ – Diese Geschichte beweist, dass hinter dem Stil oft ein zerbrechliches, aber unnachgiebiges Herz schlägt.

Autorin

Bildquelle Vita | Michelle Marly

Hinter Michelle Marly verbirgt sich die deutsche Bestsellerautorin Micaela Jary, die in der Welt des Kinos und der Musik aufwuchs. Durch ihren Vater, den Komponisten Michael Jary, entdeckte sie schon früh ihre Leidenschaft für französische Chansons. Lange lebte sie in Paris, heute wohnt sie mit Mann und Hund in Berlin und München, sie ist die Mutter einer erwachsenen Tochter und sehr glückliche Oma von zwei Enkelsöhnen.