Mittwoch, 28. Januar 2026

Mademoiselle Coco und der Duft der Liebe von Michelle Marly


Titel: Mademoiselle Coco und der Duft der Liebe

Autorin: Michelle Marly

Verlag: Aufbau Verlag

ISBN: 9783746633497

Sterne:  ⭐⭐⭐⭐

 

 

 

 

 

Klappentext

Auf der Suche nach l’eau d‘amour.

Paris, 1919: Coco Chanel ist es gelungen, ein erfolgreiches Modeunternehmen aufzubauen. Doch als ihr Geliebter Boy Capel bei einem Unfall stirbt, ist sie vor Trauer wie gelähmt. Erst der Plan, ihrer Liebe zu ihm mit einem Parfüm zu gedenken, verleiht ihr neue Tatkraft. Auf ihrer Suche danach begegnet sie dem charismatischen Dimitri Romanow. Mit ihm an ihrer Seite reist Coco nach Südfrankreich, in die Wiege aller großen Düfte, und kommt schon bald dem Duft der Liebe auf die Spur ...

Coco Chanel – eine einzigartige Frau und eine große Liebende. Dies ist ihre Geschichte.

 Leseprobe: 

Meine Meinung

Die Neuerfindung der Liebe in einem Flakon

Eine Reise zwischen Trauer und Triumph

Rezension: 

Vor einigen Monaten habe ich das Buch „Coco und die Revolution der Mode“ von Lena Johannson (Aufbau Verlag) gelesen. Für mich fühlte es sich wie der erste Band über das Leben von Coco Chanel an, da es ihre Kindheit, ihren Aufstieg und die Zeit mit Boy Capel schildert. Coco lebte stets in der Vorstellung, eines Tages „Madame Capel“ heißen zu dürfen.

Das vorliegende Buch ist für mich nun wie ein zweiter Band ihres Lebens. Die Kindheit wird nur kurz gestreift, stattdessen setzt die Handlung rasant im Jahr 1919 ein. Die Autorin beginnt mit dem schmerzlichsten Moment in Cocos Leben: dem Tod von Boy Capel. Es entsteht ein starker Kontrast zwischen der schillernden Welt der Pariser Haute Couture und ihrer tiefen, einsamen Trauer.

Die Suche nach dem „Duft der Liebe“

Wie der Titel bereits ankündigt, ist die Suche nach dem perfekten Parfum der rote Faden des Buches. Coco möchte die Erinnerung an ihre große Liebe festhalten. Auf dieser Reise begegnet sie prägenden Persönlichkeiten: Ihre Freundin Misia, Igor Strawinsky und Dmitri Romanow begleiten sie auf dem Weg zur Entstehung einer Ikone – dem Chanel Nº 5.

Besonders die Fahrt zur Parfümfabrik war für mich ein sensorisches Erlebnis. Die Beschreibungen der Düfte waren so intensiv, dass ich sie fast selbst riechen konnte. Die Landschaft der Provence ist berühmt für ihren Lavendel; die lila Felder, die sich wie riesige Teppiche ausbreiten, hatte ich direkt vor Augen. Durch diese lebendigen Schilderungen fielen mir auch die Vorstellungen von Rosen- und Jasmingeruch leicht.

Historie trifft Lebendigkeit

Die Romanbiografien des Aufbau Verlages gefallen mir generell sehr gut. Sie meistern die Gratwanderung zwischen historischen Fakten und der Lebendigkeit der Persönlichkeiten, während sie ganz nebenbei Zeitgeschichte vermitteln.

Da sich Cocos Wunsch, „Madame Capel“ zu werden, nie erfüllte, arrangierte sie ihr Leben mit wechselnden Partnern. So bewahrte sie sich ihre Selbstständigkeit und fand dennoch Nähe.

Ein kleiner Kritikpunkt

Persönlich waren mir die Schilderungen der einzelnen Liebschaften jedoch manchmal zu ausführlich. Die Affäre mit Igor Strawinsky wird zwar sehr lebendig beschrieben, nimmt für meinen Geschmack ebenso einen zu großen Teil des Buches ein – vor allem, da von Beginn an klar ist, dass diese Liebe keine Zukunft hat. Der Abschnitt mit Dmitri Romanow ist dagegen ganz anders aufgebaut: Er ist von gegenseitiger Wertschätzung und Offenheit geprägt. Hier keimte in Coco sogar kurz die Hoffnung auf, dass nicht „Madame Capel“, sondern „Romanowa“ ihr zukünftiger Name sein könnte.


Fazit

Ein Muss für Fans von historischen Romanen und Biografien. Die Geschichte zeigt eindrucksvoll, dass Coco Chanel nicht nur Mode erschaffen hat, sondern eine Rüstung aus Eleganz für die moderne Frau. Es ist eine Hommage an die Resilienz einer Frau, die beschloss, ihren Schmerz in Gold – oder besser gesagt: in ein Parfüm – zu verwandeln.

„Mode ist vergänglich, Stil bleibt bestehen.“ – Diese Geschichte beweist, dass hinter dem Stil oft ein zerbrechliches, aber unnachgiebiges Herz schlägt.

Autorin

Bildquelle Vita | Michelle Marly

Hinter Michelle Marly verbirgt sich die deutsche Bestsellerautorin Micaela Jary, die in der Welt des Kinos und der Musik aufwuchs. Durch ihren Vater, den Komponisten Michael Jary, entdeckte sie schon früh ihre Leidenschaft für französische Chansons. Lange lebte sie in Paris, heute wohnt sie mit Mann und Hund in Berlin und München, sie ist die Mutter einer erwachsenen Tochter und sehr glückliche Oma von zwei Enkelsöhnen. 

 

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