Bildquelle SCM Hänssler
Titel: Wo Jesus barfuß läuft
Autor: Markus Freudinger
Verlag: SCM Hänssler
ISBN. 978-3775163071 - 224 Seiten - 20 Euro - 23.03.2026
Sterne: ⭐⭐⭐⭐⭐
Klappentext
Der Hoffnungslosigkeit begegnen. Das war das wichtigste Ziel für Markus und Katharina, als sie sich als junges Ehepaar von Gott rufen ließen, aus einem der reichsten Länder der Welt an einen der ärmsten Orte zu ziehen: in den indischen Slum von Kolkata (vorher: Kalkutta). Wo sie hinsahen, sahen sie Jesus in diesen Geringsten ihrer Brüder und Schwestern. Inständig beteten sie für eine "Person des Friedens", die ihnen die Tür zu den Herzen der Menschen öffnen würde. Gott erhörte ihr Gebet, wenn auch auf andere Weise als gedacht - und Markus und Katharina erleben, was es heißt, Jesus dort zu finden, wo Menschen ihn brauchen.
Meine Meinung
Bewegender Einblick in ein Leben für die Ärmsten – Ein Zeugnis echter Nächstenliebe
Einleitung: Der Mut, alles hinter sich zu lassen
Dies Buch hat mich von der ersten Zeile an tief berührt und nachhaltig zum Nachdenken angeregt. Markus und Katharina lassen ihre Leserschaft in diesem Text hautnah an einer der radikalsten und außergewöhnlichsten Lebensentscheidungen teilhaben, die man sich vorstellen kann: dem bewussten Schritt aus einem der reichsten Länder der Welt hinein in die schier unübersehbare Armut des indischen Slums von Kolkata, der früheren Metropole Kalkutta.
Wer den Text liest, spürt sofort, dass hier keine romantisierten Reiseberichte oder trockene Missionsstatistiken präsentiert werden. Es ist die ehrliche, rohe und zugleich hoffnungsvolle Dokumentation eines Glaubens, der bereit ist, den sicheren Hafen der eigenen Komfortzone bedingungslos zu verlassen. Die Schilderung macht unmissverständlich klar, wie viel Mut es erfordert, sich auf ein solches Abenteuer einzulassen – getrieben nicht von Ehrgeiz oder Abenteuerlust, sondern von einem tiefen, göttlichen Ruf.
Die Theologie der Präsenz: Jesus im Slum finden
Ein zentraler und besonders faszinierender Aspekt des Beitrags ist die Art und Weise, wie Markus und Katharina ihre Arbeit vor Ort definieren. Wo immer sie in den staubigen, engen Gassen des Slums hinschauen, sehen sie nicht nur soziale Not, Elend oder Verzweiflung. Sie sehen – ganz im Sinne des biblischen Motivs – Jesus selbst in diesen „Geringsten ihrer Brüder und Schwestern“.
Diese Perspektive verändert alles. Sie verwandelt bloße humanitäre Hilfe in eine Begegnung auf Augenhöhe. Die Autoren verdeutlichen auf eindrucksvolle Weise, dass der Glaube nicht in Kirchenmauern oder sicheren theologischen Debatten eingeschlossen bleiben darf, sondern dorthin gehen muss, wo das Leben am verwundbarsten ist. Hoffnungslosigkeit zu bekämpfen bedeutet für sie nicht, mit schnellen Formeln daherzukommen, sondern schlicht und einfach da zu sein. Sie teilen den Alltag, ertragen den Gestank, den Lärm und die drückende Hitze, um den Menschen zu zeigen: Ihr seid nicht vergessen.
Die Suche nach der „Person des Friedens“
Besonders spannend zu lesen war der Abschnitt über das inständige Gebet der beiden nach einer sogenannten „Person des Friedens“. In vielen missionarischen oder sozialarbeiterischen Konzepten sucht man gezielt nach Einflussreichen oder Multiplikatoren, um Türen zu öffnen. Doch wie der Blogbeitrag packend beschreibt, erhörte Gott dieses Gebet auf eine völlig andere, unerwartete Art und Weise.
Hier zeigt sich die theologische Tiefe und schriftstellerische Reife des Textes: Es wird kein glattgebügeltes Erfolgsnarrativ bedient, bei dem alles reibungslos verläuft. Stattdessen wird transparent gemacht, dass Gottes Wege oft kreuz und quer verlaufen, fernab unserer menschlichen Planbarkeit. Gerade diese erzählerische Ehrlichkeit verleiht dem Beitrag eine Glaubwürdigkeit, die man in christlichen Medien leider allzu oft vermisst. Man leidet, hofft und staunt mit den Protagonisten mit.
Warum dieser Blogbeitrag lesenswert ist
In einer Zeit, in der viele Medien von Krisen, Egoismus und Polarisierung dominiert werden, wirkt dieser Bericht wie ein heilsamer Gegenentwurf. Er erinnert uns daran, dass es Menschen gibt, die ihr Leben für andere riskieren, die den Schmerz der Welt nicht ausblenden, sondern ihm aktiv und voller Liebe begegnen.
Authentizität: Keine hohlen Phrasen, sondern echte Erlebnisse, die unter die Haut gehen.
Inspiration: Ein Weckruf für jeden Einzelnen, den eigenen Blick für die Not in der direkten Umgebung zu schärfen.
Sprachliche Qualität: Der Schreibstil ist bildhaft, einfühlsam und flüssig zu lesen, ohne jemals kitschig zu wirken.
Das Buch ist in 3 Teile gegliedert. Einmal dem Bereich in Kolkata bei der ConneXions Organisation , den Mitarbeitern der Organisation und der Leprabeit.
Fazit
Dieser Blogbeitrag ist ein absolutes Meisterwerk der erzählenden Missions- und Sozialberichterstattung. Er schafft es, den Spagat zwischen tiefem spirituellem Gehalt und realem, greifbarem Alltagshandeln perfekt zu meistern. Wer diesen Text liest, wird unweigerlich dazu gebracht, die eigenen Prioritäten im Leben zu hinterfragen.
Markus und Katharina zeigen uns, was es bedeutet, Jesus dort zu finden, wo die Welt ihn am dringendsten braucht – in den dunklen Winkeln der menschlichen Not, erhellt durch das Licht echter Liebe. Eine uneingeschränkte Leseempfehlung für alle, die sich inspirieren lassen möchten!
Autoren
Markus und Katharina Freudiger setzen sich seit mehr als zwei Jahrzehnten für die Ärmsten der Armen ein und lebten rund sieben Jahre am Rande eines Slums im indischen Kolkata. Die beiden haben zwei Kinder. Markus leitet heute als Geschäftsführer die Lepra-Mission in der Schweiz und engagiert sich im Vorstand von Interaction, dem Dachverband christlicher Hilfswerke.
Foto: Privat
Daniel Gerber (Jg. 1975) ist verheiratet mit Guilene und Vater einer Tochter, Eliora Noé. Er lebt in der Innerschweiz und arbeitet als freier Journalist, unter anderem für Blick, Berner Zeitung, livenet.ch, Open Doors, die Lepra-Mission und zweiteliga.org. Unter anderem verfasste er die Bücher "Ich kämpfte für Arafat" , "Ein Mann, ein Bein" und "Esoterik, die unerfüllte Suche".
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Friederike Lober – Redakteurin mit Herz für Bücher, Autorinnen und AutorenAutorin:
Friederike Lober – Redakteurin bei TVüberregional
📧 E-Mail: lober@tvueberregional


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