Donnerstag, 20. August 2026

Wo dein Blick mich findet

Bildquelle - kostenfreies Rezensionsexemplar
Titel: Wo dein Blick mich findet

Autorin: Dorothea Morgenroth

Verlag: Gerth Medien

ISBN. 978-3986951740 - 320 Seiten - 21.05.2026 - 20 Euro 

Sterne:⭐⭐⭐⭐⭐

 

 

 

 

 

Klappentext

Schottland, Mitte der 1920er-Jahre: Lucy Hunter bringt ein uneheliches Kind zur Welt und wird in einem der gefürchteten „Magdalenenheime“ untergebracht, wo Hoffnung rar ist und Mütter meist von ihren Kindern getrennt werden.

Nach einem Unfall erwacht sie im Schloss einer reichen Familie in den Highlands – ohne Erinnerung, als läge ihre Vergangenheit in einem undurchdringlichen Nebel. Während Lucy versucht, sich in dem fremden Leben zurechtzufinden, wird eine ältere Dame unerwartet zu ihrer Verbündeten. Mit der Hilfe von Lady Mae O'Malley erkennt Lucy Stück für Stück, wie sie an jenen Ort gelangt ist und weshalb nichts so ist, wie es scheint ...

Ein bewegender historischer Roman über Identität, Mutterliebe, Gerechtigkeit und die stille Kraft des Glaubens an einen Gott, der seine Kinder niemals übersieht.

 Leseprobe: 

Meine Meinung

Gefangen im Nebel der Vergangenheit: Eine berührende Reise ins schottische Hochland

Das Buch dreht sich um den Zeitraum 1925-1926. Genau 100 Jahre früher wie jetzt - und doch eine ganz andere Zeit. Wenn wir an diese Ära denken, schwingt oft der Glanz des Jazz Age oder die schroffen, wunderschönen Landschaften der Highlands mit. Aber mir kommen auch die Wirtschaftsdepression und Kriege in den Sinn. 

Doch hinter den verschlossenen Türen der damaligen Gesellschaft lauerte oft gnadenlose Strenge. Genau hier setzt dieser bewegende historische Roman an und zieht seine Leserschaft von der ersten Seite an in seinen Bann.

Worum geht es?

Im Zentrum der Geschichte steht Lucy Hunter, die in den 1920er-Jahren in Schottland ein uneheliches Kind zur Welt bringt. Als Strafe für den moralischen „Makel“ wird sie in eines der berüchtigten Magdalenenheime eingewiesen – Orte der Kälte, der harten Arbeit und der systematischen Entfremdung zwischen Müttern und ihren Babys.

Nach einem dramatischen Unfall erwacht Lucy plötzlich in einem prachtvollen Schloss tief in den schottischen Highlands, im Besitz einer reichen Familie. Das Problem: Völliger Gedächtnisverlust. Ihre Vergangenheit ist in einen undurchdringlichen Nebel gehüllt. Während sie versucht, sich in dieser völlig fremden, privilegierten Welt zurechtzufinden, erhält sie unerwartete Unterstützung von der charmanten, aber durchtriebenen Lady Mae O'Malley. Gemeinsam beginnen die beiden Frauen zu entwirren, wie Lucy an diesen Ort gelangt ist – und müssen feststellen, dass nichts so ist, wie es auf den ersten Blick scheint.

Was das Buch so besonders macht

  • Atmosphärische Dichte: Die Autorin versteht es meisterhaft, die klaustrophobische und bedrückende Atmosphäre der Magdalenenheime kontrastierend der erhabenen, fast mystischen Natur der schottischen Highlands gegenüberzustellen.

  • Starke Charaktere: Lucy ist keine überzeichnete Heldin, sondern eine zutiefst verletzliche junge Frau, deren Überlebenswille und innere Stärke bewundernswert sind. Ihre Verbündete Lady Mae bringt durch ihren scharfen Verstand und ihren Mut die nötige Dynamik in die Geschichte.

  • Tiefe und Emotionen: Der Roman behandelt schwere Themen wie Verlust, gesellschaftliche Ächtung und die Grausamkeit institutioneller Macht, verliert dabei aber nie die Hoffnung aus den Augen.

„Ein Roman, der zeigt, dass selbst im dicksten Nebel der Vergangenheit ein Licht schimmert, das sich nicht so leicht löschen lässt.“

Glaube, Gerechtigkeit und Mutterliebe

Neben der spannenden Spurensuche nach Lucys wahrer Identität prägt ein starker spiritueller Unterton die Erzählung. Es geht um die universelle Mutterliebe, die keine gesellschaftlichen Konventionen kennen, und um die leise, aber unerschütterliche Kraft des Glaubens an einen Gott, der die Schwachen und Ausgestoßenen niemals übersieht. Das verleiht der emotionalen Geschichte eine tröstliche und tiefe Dimension.

Fazit

Dieses Buch ist ein absoluter Lesetipp für alle Fans von emotionaler historischer Belletristik, die Romane mit starken Frauenfiguren, einem Hauch von Geheimnis und viel Herz schätzen. Es ist aufwühlend, atmosphärisch und hinterlässt noch lange nach dem Umblättern der letzten Seite einen bleibenden Eindruck.

Klare Leseempfehlung für gemütliche Lesestunden mit einer Tasse Tee!


Autorin

© privat

Dorothea Morgenroth

Dorothea Morgenroth ist seit mehr als dreißig Jahren verheiratet, Mutter von vier erwachsenen Kindern, Schwiegermutter und Paten-Oma. Mit ihrer Familie lebt sie in Bayern. Nachdem sie ihre Liebe zu Büchern jahrzehntelang nur lesend ausgelebt hat, beschloss sie bald nach ihrem vierzigsten Geburtstag, selbst schöpferisch tätig zu werden, und begann zu schreiben. Jetzt erscheint der siebte Roman aus ihrer Feder.

 

 

 

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